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Wissen und Orientierung

Methodik und Berechnung

Zuletzt aktualisiert: 2026-10-11 · Fehler melden

Grundlage

Wir berechnen Gebetszeiten aus Ortskoordinaten und Datum. Unsere drei Varianten sind eigene, offengelegte Verfahren. Sie sind keine amtlichen Kalender von Religionsgemeinschaften. D2: Eigene Berechnungsdefinition, Version 1.0.0

Welche Verfahren stehen zur Auswahl?

Alle drei Verfahren verwenden einen Sonnenwinkel von 18° für Fajr und 17° für Isha. Diese Winkelkonvention wird unter anderem in den Rechendokumentationen von PrayTimes und Adhan beschrieben.

AnzeigeFajrSchurukDhuhrAsrMaghribIsha
18°/17° Standard00+1000
18°/17° mit Zeitabständen0-2+2+2+2+2
18°/17° mit Diyanet-Zuschlägen0-7+5+4+70

Die Tabelle zeigt Minuten gegenüber dem jeweiligen berechneten Ereignis, nach Anwendung einer gegebenenfalls erforderlichen Sommerregel. Negative Schuruk-Werte bezeichnen eine vorgezogene Zeitgrenze; den astronomischen Sonnenaufgang zeigen wir zusätzlich gesondert an. Die Diyanet-Zuschläge sind amtlich beschrieben, übernehmen aber nicht sämtliche Regeln eines offiziellen Kalenders. Die bisherigen URL-Namen Mwl2007, Ijtihad2022 und Ditib2023 bleiben für bestehende Links erhalten und versprechen keine historische Gleichheit.

Was geschieht bei langen Dämmerungsphasen?

Während heller Sommernächte erreicht die Sonne bestimmte Dämmerungswinkel in Teilen Österreichs zeitweise überhaupt nicht mehr. Wir begrenzen deshalb die Zeitspanne vor Sonnenaufgang beziehungsweise nach Sonnenuntergang auf ein Siebtel der jeweiligen Nacht. Die Nacht reicht für diese Begrenzung vom astronomischen Sonnenuntergang bis zum folgenden astronomischen Sonnenaufgang. Fajr liegt dadurch höchstens ein Nachtsiebtel vor Sonnenaufgang, Isha höchstens ein Nachtsiebtel nach Sonnenuntergang. Die Grenze greift auch dann, wenn ein astronomischer Winkel noch erreicht wird, jedoch außerhalb dieses Abschnitts liegt. Betroffene Werte tragen den Hinweis „geschätzt: Siebtelregel“; diese eigene Rechenkonvention ist keine allgemein verbindliche religiöse Entscheidung. Die PrayTimes-Dokumentation beschreibt mehrere mögliche Verfahren zur Behandlung hoher Breitengrade, darunter diese Nachteinteilung.

Warum können andere Kalender abweichen?

Die IGGÖ beschreibt für Österreich 18° bei Fajr, 16° bei Isha und ein anderes Schätzverfahren. Auch Diyanet dokumentiert besondere Nordbreitenregeln, die wir mit unserem eigenen Verfahren nicht vollständig nachbilden. Unsere Zeiten können deshalb von Kalendern örtlicher Gemeinden und von früheren Angaben dieser Website deutlich abweichen. Im Vergleich mit 79 archivierten Ortsansichten beträgt der größte Unterschied der sechs Hauptzeiten 145 Minuten bei Fajr. Die große Differenz betrifft insbesondere die neue Sommerbegrenzung. Sie bewertet weder das frühere noch ein anderes Verfahren.

Weitere Zeiten

Asr verwendet standardmäßig die einfache Schattenlänge zusätzlich zum Mittagsschatten; die Hanafi-Variante verwendet die doppelte Länge. Diese geometrischen Varianten werden in der Rechendokumentation von PrayTimes getrennt erläutert in der Bibliothek unterstützt; öffentlich verwenden alle drei Varianten Faktor eins. Duha beginnt in unserem Modell bei 5° Sonnenhöhe, entsprechend dem Eintrag Kuşluk im Diyanet-Glossar. Hinweise nahe dem Zenit oder vor Sonnenuntergang sind technische Näherungen und keine eigenständigen religiösen Urteile.

Die islamische Mitternacht liegt rechnerisch zwischen dem astronomischen Sonnenuntergang und Fajr des tatsächlichen folgenden Tages. Das letzte Nachtdrittel beginnt nach zwei Dritteln dieses Zeitraums; Zeitumstellungen werden innerhalb des Intervalls berücksichtigt. Dar al-Ifta erläutert den Nachtbezug und unterschiedliche Positionen zum zeitlichen Rahmen von Isha. Wir beschriften diesen Wert als Nachtmitte und behaupten damit kein allgemein verbindliches letztmögliches Ende des Nachtgebets.

Imsak und Fastenbeginn entsprechen hier Fajr der ausgewählten Methode, ohne einen zusätzlich abgezogenen zeitlichen Sicherheitsabstand. Diese gemeinsame Ausgangszeit erläutert Diyanet; im Sommer bleibt unsere ausgewiesene Ersatzzeit ausdrücklich eine Schätzung. Ein berechneter Jahresplan entscheidet nicht über den religiösen Beginn des Ramadan, der gesondert angegeben werden muss.

Genauigkeit und Grenzen

Die Sonnenberechnung verwendet die NOAA-Berechnungsgrundlagen mit einem freien Horizont und einer standardisierten atmosphärischen Lichtbrechung. Berge, Gebäude, Wetter und die tatsächliche Sicht auf den Horizont können beobachtete Sonnenereignisse am Standort verändern. Wir runden nach den Zuschlägen auf die nächste Minute und berücksichtigen Sommerzeit über die Zeitzone Europe/Vienna für jedes Ereignis. Im technischen Vergleich lagen alle 22.032 Einzelvergleiche über 17 Orte und 36 Termine innerhalb einer Minute. Verglichen wurden zwei unabhängige Rechenbibliotheken mit denselben ausgewählten Parametern; dies ersetzt keine örtliche Beobachtung oder religiöse Prüfung.

Die Qibla-Angabe beschreibt die Großkreisrichtung zur Kaaba gegenüber geografisch Nord; ein Magnetkompass kann davon abweichen. Tageslänge und Fastendauer werden aus den jeweiligen Zeitpunkten berechnet, einschließlich ihrer tatsächlichen Datums- und Zeitzonenangaben. Bei vermuteten Fehlern verwenden Sie bitte die Kontaktmöglichkeit im Impressum und nennen Ort, Datum und ausgewähltes Verfahren.

Technische Zusatzwerte

Die Sonnenaufgangsrechnung verwendet einen idealisierten Horizont mit minus 0,833 Grad Sonnenhöhe. Die technische Zenitmarke reicht von zwei Minuten vor Sonnenmittag bis Dhuhr. Eine Warnmarke am Nachmittag verwendet fünf Grad Sonnenhöhe; sie ist keine religiöse Zeitgrenze. Eine zusätzliche Neunzehn-Grad-Marke ist kein vorgeschriebener Fastenbeginn. D2: Eigene Berechnungsdefinition, Version 1.0.0

Die Qibla-Rechnung verwendet 21,4225 Grad Nord und 39,8262 Grad Ost als Zielpunkt. Der Kugelradius beträgt 6.371,0088 Kilometer. Die Nachtmitte basiert auf Sonnenuntergang ohne Maghrib-Zuschlag und dem nächsten Fajr-Wert. D2: Eigene Berechnungsdefinition, Version 1.0.0

Quellen

Stand: 11. Oktober 2026. Korrektur melden.